mellow walls, 2023

Digitale Collage auf Banner-Material gedruckt

250x50 cm

In der Collage „mellow walls“ werden Überlegungen zur Urbanität der Zukunft aufgegriffen und in Frage gestellt. Angesichts aktueller Prognosen positioniert sich die Arbeit gegen individualistische Immobilienspekulationen und architektonische Prestigeobjekte. Die Collage bewegt sich dabei auf zwei Ebenen, die miteinander verwoben sind. Auf einer privaten, körperlichen und auf einer öffentlichen, politischen Ebene. Zum einen begreift die Collage Wände und Mauern als zweite, schützende Haut und betont dadurch eine der grundlegenden Funktionen von Gebäuden: das Behüten des Organischen und dem, was wir von Geburt an besitzen: unseren verletzlichen Körper. Andererseits erinnert die Arbeit dadurch, dass sie der Farbgebung und Form nach einem Werbebanner nachgeeifert ist, an den Immobilienmarkt oder an eine Karikatur des Organhandels. Dieser wird in Europa als illegal eingestuft, während der Handel mit Immobilien und der daraus resultierende Mangel an bezahlbarem Wohnraum meist toleriert wird. Somit reflektiert die Arbeit auch die Frage nach Eigentum. Können wir Immobilien unser Eigen nennen, so wie wir es bei unserem Herz oder unseren Nieren können? Darf Wohnraum, von welchem unsere verletzlichen Körper ebenso abhängig sind, wie von unserer Haut, unseren Lungen und Herzen, zu einem Spekulationsobjekt werden? Oder sollten wir uns stets daran erinnern, dass Gebäude immer auch als Schutzräume verstanden werden müssen, in denen unsere weichen, verletzlichen Körper Zuflucht finden müssen?

ENG:

mellow walls, 2023

Digital collage printed on banner-material

250x50 cm

The collage "mellow walls" addresses and questions ideas about the urban future. In light of current predictions, the work positions itself against individualistic property speculation and architectural prestige projects. The collage operates on two interconnected levels: a private, bodily level and a public, political one. On the one hand, the collage understands walls and barriers as a second, protective skin, emphasizing one of the fundamental functions of buildings: to protect the organic and what we are born with—our vulnerable bodies. On the other hand, by mimicking the colors and forms of an advertising banner, the work recalls the real estate market or even caricatures the organ trade. While organ trade is illegal in Europe, the trade of property and the resulting lack of affordable housing is often tolerated. Thus, the work also reflects on the question of ownership. Can we call property our own in the same way we can with our heart or kidneys? Should living spaces, which our vulnerable bodies depend on as much as our skin, lungs, and hearts, become objects of speculation? Or should we always remember that buildings must also be understood as shelters, spaces where our soft, vulnerable bodies need to find refuge?

Ausstellungsansicht “mellow walls”, 2023, Current Festival - Kunst und urbaner Raum, Stuttgart

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