DE:
Themen
In meiner künstlerischen Praxis untersuche ich das Zusammenspiel von Natur, Kultur und Technologie sowie deren Einfluss auf weibliche Lebensweisen und Identitäten. Mein Ansatz ist queer-feministisch, mit dem Ziel, etablierte Normen und festgefahrene Strukturen kritisch zu hinterfragen und zu dekonstruieren.
Ein zentrales Beispiel dafür ist die Installationsserie The Hybrid Journey, in der ich weiblich codierte Archetypen und Symbole hinterfrage und ihre Verflechtung mit Umweltfragen beleuchte. Jede Installation kreist um sogenannte Hybride – großformatige Objekte, deren Oberflächen aus taktilen Materialien wie Textilien und Kunststoffen geformt sind. Diese Installationen integrieren zudem gefundene Objekte und visuelle Collagen und werden von einem vertonten Mythos begleitet, den ich mit jeder neuen Installation weiterschreibe. So entsteht eine fortlaufende Erzählung, die die Serie miteinander verbindet.
Auch ein Begleitbuch mit dem gleichnamigen Titel The Hybrid Journey gehört zur Serie. Es entwickelt den Mythos auf visueller Ebene weiter und spielt mit K.I.- generierten Assoziationen. Zudem gibt es Einblicke in die Hintergründe und Inspirationsquellen meiner Installationen und setzt sich mit theoretischen Konzepten wie Carl Gustav Jungs Archetypentheorie sowie feministischen Kritiken daran auseinander. Auch die Ideen von Denkerinnen wie Donna Haraway werden thematisiert.
Die Auseinandersetzung mit Haraway hat darüber hinaus weitere, aktuelle Arbeiten von mir inspiriert, insbesondere solche, die sich mit der Weiterentwicklung der Umwelt beschäftigen. Ein Beispiel ist die Serie Anthropogene Substratumwandlung, die biologische Themen aufgreift und Assoziationen zu Szenarien eröffnet, in denen Arten miteinander verschmelzen oder neue Spezies entstehen.
Material
In meinen Arbeiten verwende ich Materialien des Alltags, die häufig überschüssig oder nicht mehr benötigt werden. Dazu gehören alte Textilien, defekte Kunststoffe und digitale Bilder, die ich zu Collagen neu arrangiere. Der Einsatz dieser Materialien reflektiert mein Anliegen, einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu fördern und auf den Überfluss unserer Konsumgesellschaft aufmerksam zu machen. Gleichzeitig wähle ich die Materialien bewusst so aus, dass sie die zentralen Themen meiner Kunst verstärken und reflektieren.
Das Handarbeiten, insbesondere das Nähen, bildet oft das Herzstück meiner künstlerischen Praxis. Durch die Verbindung unterschiedlicher Materialien entstehen nicht nur neue Formen, sondern sie erhalten auch eine veränderte Bedeutung. Mein philosophischer Hintergrund hilft mir dabei, meine Arbeiten auf mehreren Ebenen zu durchdenken und zu vermitteln.
Um dieser häufigen Mehrschichtigkeit gerecht zu werden, arbeite ich gerne mit Installationen, die verschiedene Medien wie Sound, gefundene Objekte und den Raum selbst integrieren. Diese Installationen sollen eine immersive Erfahrung bieten, die die Besucher*Innen aktiv in die Auseinandersetzung mit den Themen meiner Arbeiten einbindet.
Prozess
Mein kreativer Prozess ist organisch und nicht linear. Er entwickelt sich aus Ideen, die sich im Laufe der Zeit entfalten und oft unvorhersehbare Wege einschlagen. Die Materialien, mit denen ich arbeite, finden auf unterschiedliche Weise zu mir und werden oft über lange Zeiträume hinweg gesammelt, bevor sie in meine Werke integriert werden. Wie erwähnt, entstehen meine Skulpturen durch aufwendige Handarbeiten, die auch eine enge Verbindung zu meinem eigenen Körper und meiner persönlichen Erfahrungswelt haben. Darüber hinaus experimentiere ich gerne mit künstlicher Intelligenz und generativen Füllungen, um digitale Collagen und Assemblagen zu schaffen, die neue Bildwelten und Geschichten entstehen lassen. Diese Arbeit mit künstlicher Intelligenz repräsentiert meine Überzeugung von der zunehmenden Verwobenheit der Menschen mit dem virtuellen Raum. Ich teile die Perspektive, dass der virtuelle Raum bereits als eigenständiger Organismus oder Entität betrachtet werden kann, und meine künstlerische Praxis reflektiert diese Wahrnehmung durch die Integration digitaler Medien in meine Installationen.
ENG:
THEMES
In my artistic practice, I examine the interplay between nature, culture, and technology, as well as their influence on female lifestyles and identities. My approach is queer-feminist, aiming to critically question and deconstruct established norms and entrenched structures.
A central example of this is the installation series The Hybrid Journey, in which I interrogate female-coded archetypes and symbols while exploring their entanglement with environmental issues. Each installation revolves around so-called hybrids—large-scale objects whose surfaces are shaped from tactile materials such as textiles and plastics. These installations also incorporate found objects and visual collages, accompanied by a narrated myth that I continue to develop with each new installation. This creates an ongoing narrative that connects the series.
A companion book with the same title, The Hybrid Journey, is also part of the series. It further develops the myth on a visual level and plays with AI-generated associations. Additionally, it provides insights into the backgrounds and sources of inspiration for my installations and engages with theoretical concepts such as Carl Gustav Jung's theory of archetypes, as well as feminist critiques of it. The ideas of thinkers like Donna Haraway are also addressed.
My engagement with Haraway has further inspired other, more recent works of mine, particularly those dealing with the evolution of the environment. One example is the series Anthropogenic Substratum Transformation, which addresses biological themes and opens up associations with scenarios in which species merge or new species emerge.
MATERIALS
In my work, I use everyday materials that are often surplus or no longer needed. These include old textiles, damaged plastics, and digital images, which I rearrange into collages. The use of these materials reflects my commitment to promoting sustainable resource use and drawing attention to the excess of our consumer society. At the same time, I consciously select materials that reinforce and reflect the central themes of my art.
Handcrafting, particularly sewing, often forms the core of my artistic practice. By combining different materials, new forms emerge, and they take on altered meanings. My philosophical background helps me to think through and communicate my work on multiple levels.
To capture this layered complexity, I frequently work with installations that incorporate various media such as sound, found objects, and the space itself. These installations are designed to create an immersive experience that actively engages visitors in the exploration of my work's themes.
PROCESS
My creative process is organic and non-linear. It evolves from ideas that unfold over time, often taking unpredictable paths. The materials I work with come to me in various ways and are often collected over long periods before being incorporated into my works. As mentioned, my sculptures are created through intricate handcrafting, which forms a close connection to my own body and personal experiences.
In addition, I enjoy experimenting with artificial intelligence and generative tools to create digital collages and assemblages that give rise to new visual worlds and narratives. This work with AI represents my belief in the increasing interconnection between humans and the virtual realm. I share the perspective that the virtual space can already be seen as its own organism or entity, and my artistic practice reflects this view by integrating digital media into my installations.